Vorbereitung und Hilfen für körperbehinderte junge Erwachsene auf ein möglichst selbstbestimmtes Leben in Arbeit, Wohnen und Beziehung

Carering
1. Einleitung
     
Eine wichtige Aufgabe unserer Schule ist es, die Schüler/innen in ihrer Lebenswirklichkeit zu begleiten. Viele Kinder und Jugendliche benötigen zu ihrer Persönlichkeitsentwicklung und zur Förderung ihrer Selbständigkeit über den Unterricht hinausgehende Hilfen und Unterstützung. Dies wird in Zusammenarbeit mit entsprechenden außerschulischen Partnern erreicht und soll eine fachlich qualifizierte und gut abgestimmte Betreuung der Schüler/innen gewährleisten. Eine weitere wichtige Aufgabe ist es, die Schüler/innen auf die Lebens- und Arbeitswelt vorzubereiten. Je nach Fähigkeiten und Fertigkeiten erhalten die Schüler/innen eine individuelle Förderung, Beratung und Begleitung. Schwerpunkt in der Praxisstufe liegt dabei auf der Praxis, das heißt die Schüler/innen sollen auf der Basis eigener Erfahrungen auf ein selbstbestimmtes Leben in Arbeit und Wohnen vorbereitet werden. Dabei wird auf die traditionellen Fächer verzichtet und nach Themen und in Projekten unterrichtet.
Auf Wunsch und bei Bedarf findet eine zusätzliche Förderung der Kulturtechniken statt.

2. Inhalte

 

a. Wohnen

 

Ein wichtiger inhaltlicher Bereich betrifft die Mobilität und die Nutzung öffentlicher Vekehrsmittel. Desweiteren sollen verschiedene Lebensformen (betreutes Wohnen, Wohngemeinschaften, Paar- und Einzelwohnen) kennengelernt werden.
Praktische Erfahrungen zum Thema können im Wohntraining (Einkaufen, Kochen, Umgang mit Geld, Körperpflege, Sauberhalten der Wohnung, Wäschepflege, Kommunikation / Erziehung zum Miteinander, Akzeptanz von Regeln, Konfliktlösungen) gemacht werden.


B. Arbeit - berufliche Integration

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Es wird für jeden Schüler ein individuelles Leistungsprofil erstellt, Qualifizierungsziele (Förderziele) festgelegt und versucht, einen geeigneten Arbeitsplatz zu erschließen.
Am Arbeitsplatz wird der Schüler unterstützt und qualifiziert (Job-coaching, „training-on-the-job”). Desweiteren kann eine Nachbetreuung und bei Bedarf eine Krisenintervention geleistet werden.


C. Freizeit

 

Im Rahmen des Unterrichts werden verschiedene Freizeitgestaltungen (Kontakte zur Umwelt herstellen, Begegnung mit Behinderten und Nichtbehinderten ermöglichen) erörtert, geplant und durchgeführt. Dadurch kann das Freizeitverhalten (Regeln des Zusammenlebens, Gruppenverhalten) geübt und die Mobilität (Hilfen zur Orientierung und Umwelterkundung) trainiert werden.
Das Freizeitverhalten soll dort eingeübt werden, wo sie auch tatsächlich stattfindet (Kino, Theater, Konzert, Restaurant, Disco, Kneipe, Cafe, Fitnessstudio, Schwimmbad)!


D. Partnerschaft


E. Hilfen zur Alltagsbewältigung

 

Der Unterricht der Praxisstufe soll die Schüler/innen befähigen, ihren Alltag möglichst selbständig zu bewältigen. Hierzu gehören u.a. folgende Fähigkeiten:

  • Ausweispapiere kennen,
  • Fahrpläne lesen können,
  • Mit Scheckkarte umgehen,
  • Wichtige Telefonnummern kennen,
  • Automaten benutzen können
  • Öffentliche Verkehrsmittel benutzen,
  • Kennen von Ämtern und öffentlichen Einrichtungen,
  • … und vieles mehr.

3. Ziele


Die Hauptaufgabe der Praxisstufe ist die Förderung der Selbständigkeit der Schüler/innen. Die Schüler/innen werden von der (beschützten) Schulzeit in die reale Welt außerhalb von Schule und Familie begleitet. Hierzu gehört auch die Begleitung und Unterstützung des Ablöseprozesses von zu Hause, die Hilfe zur Selbsthilfe und Übernahme von Selbstverantwortung. 
Die Anbahnung einer weitestgehend selbständigen Lebensführung bzw. das Finden angemessener Betreuungsangebote für Menschen mit Körperbehinderung steht stets im Vordergrund der inhaltlichen Arbeit, das Finden geeigneter, je nach Fähigkeiten des Schülers angemessener Tätigkeiten ist ein weiteres Ziel.


Praktische Ausbildungsinhalte sollen im Rahmen von langfristigen Praktika in beteiligten Betrieben erworben werden. Weitere Praktikumplätze sind im Dienstleistungsbereich der Schule vorhanden, u.a. im Copy - Shop, in der Hauswirtschaft, der Wäscherei oder eine Bürotätigkeit. Die Praktika in der Schule finden immer an 3 Tagen in der Woche, der Unterricht an 2 Tagen statt.
Die Besuchsdauer der Praxisstufe ist offen. Sobald sich eine Möglichkeit der beruflichen Integration ergibt, soll sie wahrgenommen werden. Die maximale Schulzeitdauer beträgt 3 Jahre. Jedes Jahr wird in einem gemeinsamen Gespräch mit Bewerbern, Betreuern und Eltern/Angehörigen neu entschieden, ob es verlängert wird und wie es weiter gehen soll.